Sonntag, 3. Mai 2015

Review: Nachts im Museum - Das geheimnisvolle Grabmal (Blu-ray)



Nachts im Museum - Das geheimnisvolle Grabmal

Regisseur Shawn Levy ruft zum dritten und wohl auch letzten Mal die Crew von „Nachts im Museum“ zusammen. Das Sequel nennt sich "Nachts im Museum - Das geheimnisvolle Grabmal" und ist wieder einmal sehr gelungen. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängerfilmen war diese Fortsetzung nur bedingt erfolgreich. Während Teil 1 noch knapp 574,5 Millionen US-Dollar und Teil 2 immerhin noch 413,1 Millionen US-Dollar an den Kinokassen einspielte waren es diesmal lediglich knapp über 360 Millionen US-Dollar und das bei einem Budget von 127 Millionen US-Dollar. Damit ist der Film alles andere ein Flopp, aber eine Tendenz ist klar erkennbar.

Story:
Nachtwächter Larry (Ben Stiller) und seine historischen Freunde aus dem Museum wie Octavius (Steve Coogan), Jedidiah (Owen Wilson) und Teddy Roosevelt (Robin Williams) müssen eine abenteuerliche Reise nach London ins Britische Museum unternehmen, um ihr Überleben zu sichern. Denn die Tafel von Akmenrah beginnt ihre Magie zu verlieren und nur die ursprünglichen Besitzer - die Eltern des Akmenrah - wissen wie diese erhalten werden kann. Hier angekommen, erwachen ganz neue historische Figuren zum Leben, so dass Larry und seine Freunde von einem Abenteuer ins nächste stolpern. Aber die Zeit drängt, denn die Tafel verliert mehr und mehr ihre Kraft. 


Am Film kann es dabei nicht gelegen haben, denn der Unterhaltungswert ist wie gewohnt sehr hoch. Die Gags sind dabei nach wie vor originell und halten sich aus einigen Späßen unterhalb der Gürtellinie (Stichwort: Rettung aus Pompeii) sowie einigen selbstironischen Späßen sowie auch nicht seltenem Wortwitz sehr gut die Waage. Sei es dabei die Sir Lancelot Aufführung im Theater in London, Ben Stillers Neandertaler Double Laa, das putzige tibetanische Fabelwesen oder auch die starken auf den Punkt treffenden Dialoge, Langeweile kommt da keine auf. Erwähnenswert ist dabei zu den zahlreichen starken CGI / Special Effects wie etwa die Eröffnungsszene in New York oder der Kampf gegen die 9-köpfige Schlange vor allem die Szene mit M.C. Eschers “Relativity”-Zeichnung, in der der Begriff Mehrdimensionalität eine völlig neue Bedeutung bekommt und einen Hauch „Take on me“ Atmosphäre aufkommen lässt. Wirklich stark.
Dazu gesellt sich ein bärenstarker Cast bestehend aus Ben Stiller, Robin Williams, Owen Wilson, Dan Stevens, Dick van Dyke, Mickey Rooney, Patrick Gallagher, Rachael Harris, Rami Malek, Rebel Wilson (wirkt irgendwie deplatziert), Ricky Gervais, Ben Kingsley und Steve Coogan die wirklich eine herausragende Leistung abliefern, auch wenn einige davon leider im Rahmen der Handlung nur wenig Screentime bekommen. Die Gemeinschaftsleistung ist es aber, die zählt. Wie manche vielleicht schon wissen, sind zwei der Darsteller aus diesem Film mittlerweile leider verstorben, weswegen ihnen dieser Film posthum gewidmet wurde. Dabei handelt es sich um Robin Williams („Oh Captain, mein Captain“) und Mickey Rooney, die in ihren bekannten Rollen noch ein letztes Mal zu sehen sind.

Bild:
Die gute Nachricht für 16:9 TV Besitzer vorweg: Das Ansichtsverhältnis liegt in 1,85:1 vor, so dass nahezu der komplette Bildschirm ausgefüllt wird. Abgesehen von den eingesetzten Farbfiltern, die dem Bild einen warmen Touch verleihen, wird das Bild wirklich sehr gut wiedergegeben. Das macht sich vor allem bei der guten bis überwiegend sehr guten Schärfe bemerkbar, die feine Details wie Barthaare, Textiloberflächen oder feine Steinchen akkurat wiedergeben. Der Kontrast ist ausgewogen, so dass häufig ein plastisches Bild dargestellt wird. Das macht sich beispielsweise bei der Spendengala zu Beginn des Films bemerkbar. Der Schwarzwert ist ebenfalls sehr kräftig und auch die Durchzeichnung bietet so gut wie keinen Grund zur Beanstandung. Die Kompression arbeitet auf einem guten Niveau und lässt so gut wie keine Spuren erkennen.

Ton:
Während das englische Original (DTS HD MA 7.1) verdächtig an der Referenz kratzt, kommt die deutsche Abmischung da nicht ganz heran, schlägt sich aber alles in allem dennoch sehr gut. Das Defizit macht sich dabei nicht nur bei den nicht sonderlich präzisen Höhen sondern auch bei den Bässen bemerkbar, denen hier doch die nötige Wucht fehlt um zu überzeugen. Auch die Dynamik ist nicht perfekt, sondern nur gut. Wenn der Triceratops brüllt vermisst man doch die Dominanz seines Organs. Davon abgesehen wird auch vieles richtig gemacht. Das merkt man vor allem bei den Surroundeffekten, denn auch wenn es sich um eine Komödie handelt, mangelt es da nicht an Action, was über sämtliche Lautsprecher direktional sehr gut aufgelöst wiedergegeben wird. Da kracht es häufig im Heimkino. Dabei bleiben auch die Dialoge stets klar verständlich.

Bonusmaterial:
Audiokommentar von Shawn Levy
Entfallene und Erweiterte Szenen:
- McPhees Überraschung
- Abschied von Laa
- Die Schule schwänzen
- Die neue Vorsitzende
- Arbeitslos, nicht obdachlos
- Sacajaweas mütterlicher Rat
- McPhee verarbeitet das Chaos
Improvisation, Absurditäten und Wahnsinn - Der Humor im Film
Relativität
Ben Stiller wird zu Laa
Hilfe, wir haben eine Mumie am Set!
Kampf im Museum
Die Entstehung der visuellen Effekte
Bildergalerie
Original Kinotrailer

Am Bonusmaterial wurde nicht gespart, zumal alle Beiträge dazu komplett in HD vorliegen. Neben einem Audiokommentar von Shawn Levy gibt es darüber hinaus noch einige entfallene und erweiterte Szenen sowie zahlreiche Featurettes, die zum einen sowohl informativ als auch unterhaltsam ausgefallen sind. Vor allem die Beiträge zu den Special Effects als auch zu der Szene mit M.C. Eschers Zeichnung sind besonders empfehlenswert. Dazu gesellen sich noch eine Bildergalerie sowie der Original Kinotrailer zum Film.

Fazit:
„Nachts im Museum - Das geheimnisvolle Grabmal“ ist trotz nicht herausragendem Einspielergebnis dennoch eine würdige Fortsetzung wenn nicht sogar würdiger Abschluss der Filmreihe. Zwar lässt Regisseur Shawn Levy noch ein Hintertürchen offen, aber nach dem Ableben von Robin Williams ist das nur schwer vorstellbar. Zumindest wurde ihm und Mickey Rooney entsprechend Tribut gezollt.


Wertung:
Story: 2+
Bild: 1-2
Ton: 2
Ausstattung: 2-3
Gesamt: 2-
© Copyright Bildmaterial, Storytext und Filmtrailer 20th Century Fox
Testgeräte
TV: Samsung UE55F6500
Player: Sony BDP-S790
AV-Receiver: Denon AVR-1312
Lautsprecher: Front: Dali Zensor 5 & Dali Vocal / Rear: Dali Zensor 1

Review: Exodus - Götter und Könige (Blu-ray)


Exodus - Götter und Könige

Filme, die auf der Bibel basieren gibt es mittlerweile zuhauf. Nicht nur, dass zuletzt mit der mehrteiligen Filnmreihe „Die Bibel“ sehr aufwändig das ganze Buch in Augenschein genommen wurde, hat Regisseur Darren Aronofsky mit Noah das Sintflut Epos auf die Leinwand gebracht und dabei mit seiner Darstellung die Massen gespalten. So schauts auch bei Ridley Scott („Gladiator“, „Blade Runner“) aus, der gerne mal historische Ereignisse verfilmt und dabei gerne eigene Interpretationen zulässt.

Story:
Ridley Scott, einer der weltweit erfolgreichsten und renommiertesten Regisseure (Gladiator, Prometheus, Blade Runner) bringt mit EXODUS – GÖTTER UND KÖNIGE ein neues episches Action Abenteuer der Superlative in die Kinos: die legendäre Geschichte eines Mannes, der sich mutig einem übermächtigen Imperium entgegenstellt. Mit atemberaubenden Visual Effects und in 3D erweckt Scott die Geschichte von Moses zu neuem Leben - der kühne Anführer, der sich gegen Pharao Ramses auflehnt und sein Volk von 400.000 Sklaven in einer monumentalen Flucht aus dem von grausamen Plagen gestraften Ägypten führt. 

Das muss ja per se nicht schlecht sein, denn das bringt willkommene Abwechslung in die lange Liste an Bibelfilmen. Da der Regisseur mit Gladiator und Königreich der Himmel mehr als deutlich bewiesen hat, dass er sich mit bildgewaltigen Epen auskennt, sollte auch „Exodus – Götter und Könige“ kein Problem sein und in der Tat ist diese Bibelverfilmung ein erneut bildgewaltiges und eindrucksvolles Epos geworden, dass beim Zuschauer mitunter den Mund offen stehen lässt. Eine bibelgetreue Umsetzung sollte man dabei aber nicht unbedingt erwarten, wobei aber gerade Scotts Interpretation bzw. die der Autoren Adam Cooper, Bill Collage, Jeffrey Caine („Der ewige Gärtner“, „James Bond – Goldeneye“) und Steven Zaillian („Schindlers Liste“, „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“) um so realistischer und authentischer erscheint, ohne dabei zu viel verraten zu wollen. 

Allerdings wurden nicht alle Elemente abgewandelt, denn auch wenn es dramatische Abweichungen zur ‚Buchvorlage’ gibt, ist die Geschichte im Kern dieselbe. Moses lebt nach wie vor als Findelkind am ägyptischen Hof des Gottkönigs und wird später verstoßen, um nach den biblischen Plagen eine jahrzehntelange Flucht durch die Wüste auf sich zu nehmen. Und auch die berühmte Teilung des Roten Meers darf auch nicht fehlen.
Ein kleines Problem ist es dabei schon, dass die 50er Jahre Verfilmung „Die 10 Gebote“ mit Charlton Heston von Cecil B. DeMille über allem schwebt, denn die Geschichte wurde vor 60 Jahren schon eindrucksvoll herausragend auf die Leinwand gebracht. Doch da ist es gerade Ridley Scotts Stärke, dass „Exodus - Götter und Könige“ sich von dieser Darstellung durch die Abweichungen zur Bibel stark abhebt und gewissermaßen eigene Wege beschreitet. Gerade die abweichende Darstellung von Moses selbst, in dem Fall von Christian Bale (“Batman” Trilogie; “The Fighter”) ist eine Stärke des Filmes, denn anstelle des zurückhaltenden, demütigen Moses, zeigt Bale diesen hier wesentlich ausdrucksstärker, selbstbewusster und ja, auch kriegerischer, gewaltbereiter Protagonisten. 

Apropos: der Konflikt zwischen Rhamses und Moses, den vormaligen Brüdern und späteren Erzfeinden wird wirklich sehr gut dargestellt, wobei mit Joel Edgerton (“Smokin’ Aces”, “Zero Dark Thirty”) ein überraschend herausragender Mime für die Rolle des Pharaos gefunden wurde. Der Mann empfiehlt sich gewiss für weitere Hauptrollen in Big Budget Filmen, zumal er auch eine sehr gute Ausstrahlung besitzt.
Die übrigen Rollen wurden mit John Turturro (“Barton Fink”, “Transformers” Reihe), Aaron Paul („Breaking Bad“, „Need for Speed“), Ben Mendelsohn („Australia“, „ The Place Beyond the Pines”), María Valverde („Drei Meter über dem Himmel“), Sigourney Weaver („Alien“ Filmreihe, „Die Waffen der Frauen“) oder Ben Kingsley („Ghandi“, „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“), welcher übrigens ebenfalls schon Moses gespielt hatte wirklich sehr gut besetzt, wobei diese Darsteller wirklich nur Nebenrollen einnehmen, die nur wenig Screentime zugesprochen bekommen haben. 

Bild:
Das 2D Bild stellt eine klare Referenz dar, an dem sich andere Blu-ray Veröffentlichungen messen müssen und das nur noch von „Avatar“ getoppt wird. Gedreht mit digitalen Red Epic Kameras erscheint das Bild dabei durchgehend sehr scharf und detailreich, so dass auch dank der natürlichen und satten Farben sowie dem sehr gut eingestellten, leicht erhöhten Kontrast selbst in der 2D Fassung eine gute Plastizität entsteht. Da geht keine Feinheit verloren sondern wird bis auf das kleinste Detail akkurat abgebildet. Und auch in dunklen Szenen gilt es keine Abstriche hinnehmen zu müssen, da selbst hier noch ein detailreiches Bild geboten wird.
Die 3D Fassung bietet ebenfalls viele Vorzüge, kann aber nicht ganz mit der 2D Fassung mithalten. Auch trotz der Tatsache, dass der Film in Real 3D gedreht und nicht nachträglich konvertiert wurde, könnte gerade die Tiefenwirkung stellenweise noch ein wenig tiefer sein, wobei das schon Jammern auf hohem Niveau ist. Aber gerade wenn man grundsätzlich „Avatar“ als Referenz heranzieht und „Der Hobbit“ in punkto Tiefenwirkung als Maßstab nimmt, merkt man, dass bei diesem Film ein klein wenig was fehlt, um da mithalten zu können. Dennoch: Das 3D Bild ist alles andere als schlecht, wobei es im vergleich zum 2D Bild keinerlei Beanstandungen gibt wie etwa Detailverlust, Helligkeitsunterschiede oder abweichende Kontrastverhältnisse. 

Ton:
Der deutsche Ton liegt in DTS 5.1 vor, während das englische Original wie nicht anders zu erwarten in DTS HD Master Audio 7.1 vorliegt. Zwar sind die Unterschiede minimal, da die deutsche Abmischung nicht schlecht klingt, aber man merkt im Direktvergleich schon, dass der O-Ton noch ein wenig natürlicher, einen Ticken offener und die Bässe kräftiger und tiefreichender klingen. Aber auch so wird in der deutschen Synchronisation eine aktive Surroundkulisse geboten, die sich nicht nur bei den zahlreichen Action Szenen offenbart, sondern auch in den übrigen Außenszenen eine schöne Räumlichkeit geboten wird. Die Dynamik ist gut und die Balance durchweg ausgewogen, so dass auch die Dialoge stets klar verständlich sind. Erwähnenswert ist auch der stimmungsvolle und passende Score von Alberto Iglesias („Der ewige Gärtner“, „Dame, König, As, Spion“), der die einzelnen Szenen musikalisch sehr gut untermalt.

Bonusmaterial:
  • Audiokommentar
  • Trivia Track
  • Entfallene und erweiterte Szenen (14:57 Min.)
  • Die Entstehung des Films
    • Recherche und Storyentwicklung  (16:17 Min.)
    • Design und Filmstil (22:08 Min.)
    • Figuren und Kostüme (21:35 Min.)
    • Filmdreh in den Pinewood Studios (18:35 Min.)
    • Filmdreh in Almeria (23:59 Min.)
    • Filmdreh auf Fuerteventura (23:12 Min.)
    • Visuelle Effekte und Postproduktion (27:26 Min.)
  • 14 Making-Of-Clips (48:07 Min.)
  • Der Blick der Wissenschaftler auf Moses (23:14 Min.)
  • 3 teiliges Produktionsarchiv
Am Bonusmaterial wurde nicht gespart, das wird alleine schon bei der Auflistung sämtlicher Extras deutlich, die übrigens komplett in HD und deutsch untertitelt (inkl. Audiokommentar!) vorliegen. Neben dem eben erwähnten Audiokommentar gibt es auf der Filmdisc selbst noch einen Trivia Track zum Film, der ebenfalls sehr informativ ausgefallen ist. Die nahezu schon obligatorischen entfernten und erweiterten Szenen sind ebenfalls vorhanden. Die weiteren Special Features befinden sich auf einer Extra Bonus Disc. Sehr informativ ist dabei der Bereich, der sich der Entstehung des Films widmet und dabei insgesamt 7 längere Featurettes mit einer Gesamtspielzeit von zirka zweieinhalb Stunden bietet. Und als ob das noch nicht genug wäre, gibt es noch zusätzlich 14 Making of Clips mit fast einer dreiviertel Stunde Spielzeit und obendrauf noch einen Blick der Wissenschaftler auf Moses sowie ein 3 teiliges Produktionsarchiv. Mehr kann man wirklich nicht erwarten.


Fazit:
Technisch wird hier fast schon eine Pflichtanschaffung geboten, da gerade das Bild ein wahrer Hingucker ist. Der Ton klingt auch nicht schlecht, aber das englische Original klingt da wesentlich besser als die deutsche Abmischung. Das Bonusmaterial ist aber nicht zu überbieten und liefert eine Menge an Zusatzinformationen zum Film.
Ridley Scotts Bibelepos „Exodus - Götter und Könige“ war bei einem Budget von 140 Millionen US-Dollar und einem Einspielergebnis von 268 Millionen US-Dollar nicht gerade ein übermäßiger Hit, aber auch nicht unbedingt ein Flop. Gerade die eigenen Interpretationen machen diesen Film sehr sehenswert, wobei die bildgewaltige und monumentale Darstellung auch eine Menge fürs Auge bietet. Auch für Nicht-Bibelanhänger einen Blick wert.





Wertung:
Story: 2
Bild: 1-2
Ton: 2
Ausstattung: 1
Gesamt: 2-

© Copyright Bildmaterial, Storytext und Filmtrailer 20th Century Fox

Testgeräte
TV: Samsung UE55F6500
Player: Sony BDP-S790
AV-Receiver: Denon AVR-1312
Lautsprecher: Front: Dali Zensor 5 & Dali Vocal / Rear: Dali Zensor 1

Freitag, 1. Mai 2015

Review: Road House (Blu-ray)

Road House 




Story: 
Sein Name ist Dalton. Er fährt den heißesten Schlitten und ist ein berufsmäßiger Draufgänger - ein Kämpfer auf Bestellung. Seine Philosophie lautet: "Wer bei mir nicht pariert - marschiert". Schauplatz seines jüngsten Abenteuers: das "Double Deuce", ein heruntergekommener Nightclub, in dem Sex, Drugs & Rock'n'Roll den Ton angeben und der grausame Tyrann Brad Wesley den Takt bestimmt. Als der ihm seine Killer auf den Hals schickt, muß Dalton zeigen, wer der Beste ist. 

Gerade ab Ende der 80er Jahre war der amerikanische Schauspieler Patrick Swayze ein gefragter Darsteller, da er mit dem Überhit „Dirty Dancing“ Millionen Zuschauer in die Kinos lockte und auch heute noch für diese Rolle auch nach seinem viel zu frühen Tod weltbekannt ist. 
Eine weitere Rolle die ihm einen zusätzlichen Kultstatus verlieh war die des Dalton aus dem 80er Jahre Klassiker „Road House“. Nun ja, im Vergleich zu „Dirty Dancing“ war das nur eine kleine Nummer, aber bei einem Budget von 15 Millionen US Dollar und einem Einspielergebnis von alleine 30 Millionen US Dollar alleine in den USA war der Film alles andere als ein Flop.
Nunja, inhaltlich wird nicht gerade viel geboten, da der Film doch recht oberflächlich ausgefallen ist. Am Rande geht es um eine leichte Romanze, was für die 80er Jahre ja schon typisch war. Dazu gibt es einige Actionszenen mit viel Krach Wumm und einer Menge handfester Schlägereien (schließlich geht es ja auch um Rausschmeißer in einer Bar). Damit aus einem Film aber ein Kultfilm wird, und das ist „Road House“ zweifelsohne gehört aber noch viel mehr.


Neben der charmanten und sympathischen Figur des Dalton, die wirklich gut von Patrick Swayze dargestellt wurde, ist es der herausragende 80er Jahre Soundtrack, der ebenfalls sein Scherflein dazu beiträgt, dass der Film auch heute noch gute Unterhaltung bietet. Der mittlerweile auch schon viel zu früh verstorbene Jeff Healey, der auch eine Nebenrolle in dem Film hat, hat mit seiner Band einige Songs beigesteuert, die quasi im Hintergrund des Filmes mitlaufen. Übriges hat auch eine Band namens Cruzados am Anfang des Filmes einen Auftritt, wobei deren Sänger Tito Larriva mit seiner Band Tio & Tarantula („From Dusk til Dawn“) vielen ein Begriff sein dürfte.
Doch neben den starken Songs ist auch die Handlung, so oberflächlich sie auch ist, wirklich gut und kurzweilig ausgefallen. Gerade die vermittelten Werte von Loyalität und Solidarität, von Freundschaft werden stark umgesetzt und den beiden gegnerischen Parteien aus dem Antagonisten Brad Wesley (toll Leistung von Ben Gazarra [The Big Lebowski]) und der restlichen Bevölkerung der Stadt auch gut dargestellt. Das hat ja quasi schon was von einer Doppelfolge des A-Teams, bei der jemand von außerhalb gerufen wird, um sich gegen die Fieslinge aus dem Ort entgegenzustellen. Da darf natürlich auch eine kleine Anspielung am Bootshaus am Wasser nebst Flirtszene an „Dirty Dancing“ nicht fehlen.

Bild: 
Das Bild ist für einen mittlerweile doch schon 26 Jahre alten Film wirklich sehr gut ausgefallen, auch wenn noch ein wenig Raum nach oben bleibt. Erfreulicherweise ist der Transfer sehr sauber ausgefallen und zeigt nur sehr wenige Schmutzspuren von der Mastervorlage. Die Schärfe bewegt sich auf einem guten bis sogar sehr guten Niveau und bietet ein schönes HD Bild. Da lohnt sich der Upgrade. Zwar sind auch einige weichere Abschnitte zu erkennen und stellenweise sind die Randbereiche ein wenig unscharf, aber das stört letztendlich kaum. Die Farben sind natürlich und kräftig bei ausgewogenem Kontrast. Stellenweise ist die Farben rot ein wenig stark betont, was aber ebenfalls nicht sonderlich stört. Kompressionsspuren sind ebenfalls nicht zu erkennen gewesen. Für das Alter ein wirklich schönes Bild. 

Ton:
Der deutsche Ton liegt leider nur in Dolby Digital 2.0 Stereo vor, während das englische Original in DTS HD Master Audio 5.1 auf die Disc gepackt wurde. Immerhin schlägt sich auch die deutsche Abmischung recht wacker und bietet dank einer sehr guten Stereoseparation zumindest in der Front ein wenig Räumlichkeit. Darüber hinaus sind auch die Bässe ganz ok, wenn auch nicht so dominant wie bei einem aktuellen Action Block Buster. Die Stimmen klingen hingegen leider doch dumpf und muffig, aber immerhin klar verständlich. Dafür sind keinerlei Störgeräusche wie etwa Rauschen oder Verzerrungen zu hören. Altersbedingt noch ok, aber da hat man schon besseres gehört.

Bonusmaterial: 
Das Bonusmaterial ist der Schwachpunkt dieser Veröffentlichung, denn die deutsche Disc muss leider nur mit dem Original Kinotrailer zum Film auskommen. Das ist sehr schade, denn schließlich bietet die US Import Fassung darüber hinaus neben insgesamt 2 Audiokommentaren, 2 längeren Featurettes (What Would Dalton Do? [12:23 min.] & On the Road House [17:20 min.]) noch einen Trivia Track. Schade.

Fazit:
“Road House” ist ein starker Action Film aus den 80er Jahren, der zurecht zu einem Kultfilm wurde. Neben einer kurzweiligen Unterhaltung und starken Charakteren ist es auch der kultige Soundtrack der auch heute noch für tolle Unterhaltung sorgt. Da der Blu-ray Transfer gut gelungen ist, dürfen sich auch Fans über einen Upgrade freuen.


Wertung:
Story: 2
Bild: 2
Ton: 3
Ausstattung: 6+
Gesamt: 3
© Copyright Bildmaterial, Storytext und Filmtrailer 20th Century Fox
Testgeräte
TV: Samsung UE55F6500
Player: Sony BDP-S790
AV-Receiver: Denon AVR-1312
Lautsprecher: Front: Dali Zensor 5 & Dali Vocal / Rear: Dali Zensor 1

Donnerstag, 30. April 2015

Review: Phantom Kommando Directors Cut (Blu-ray)



Phantom Kommando

Story:
Die "Silver Stars" waren eine streng geheime Spezialeinheit. Jetzt wird ein ehemaliges Mitglied nach dem anderen ermordet. Nur Kommandant John Matrix ist noch am Leben. Trotz seiner neuen Identität wird er aufgespürt. Um ihn unter Druck zu setzen, entführen die Killer seine kleine Tochter. Um das Leben seiner Tochter zu schützen, soll John nun selbst zum gemeinen Mörder werden. Aber ein "Silver Star" lässt sich nicht erpressen. Sie haben ihn brutal herausgefordert - jetzt will er seine Rache. Seine Abrechnung kennt nur eine Währung: den Tod...

Bereits als die Century3 DVD Edition zu Phantom Kommando veröffentlicht wurde, war die Freude der Fans groß, endlich den lang ersehnten Directors Cut sehen zu können, da im Vorfeld bereits etliche Gerüchte ob des erweiterten Inhalts gestreut wurden. Die Ernüchterung war zwar letztendlich groß, da auch einige harmlose Dialoge ergänzt wurden, was der Figur John Matrix ein wenig mehr Tiefe verleihen sollten, aber bei einem 1980er Jahre Action Kracher wie „Phantom Kommando“ doch deplatziert erscheinen. Nun gut, die Fans haben sich trotzdem gefreut und da gehöre ich auch dazu, zumal der Film ohnehin zu meiner persönlichen Favoriten der 80er Jahre gehört und da in der Top 10 steht – nach „Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes“. Als 20th Century Fox bei der ersten Blu-ray Fassung nur die Kinoversion veröffentlichte war die Enttäuschung schon groß, vor allem als bei einer Neuveröffentlichung im Mediabook der Directors Cut sich nur auf einer DVD befand. Naja, immerhin hat man es jetzt wieder gut gemacht…
Auf der Blu-ray Disc befindet sich übrigens neben dem Directors Cut auch die normale Kinofassung, wobei die erweiterten Szenen per Seamless Branching integriert wurden. Allerdings wurden die neuen Szenen nicht zusätzlich synchronisiert, was aber zu erwarten war. Die neue Fassung ist dabei insgesamt 101 Sekunden länger als die Kinofassung. Dabei gibt es 1 Tonzensur, 2 Handlungsschnitte und 4 Gewaltschnitte, welche die Story selbst aber nicht maßgeblich ändern.
Zum Film selbst braucht man wohl nicht mehr viel sagen: Arnold Schwarzenegger at its best! Rohe Gewalt und übertriebene aber kultige Action bilden die Blaupause für einen perfekten Actionfilm. Naja, man sollte schon ein Faible für 80er Jahre Action Filme haben, denn aus heutiger Sicht sind die Dialoge platt und aufgesetzt, stellenweise sogar chauvinistisch. Die Handlung passt auf einen Bierdeckel, die schauspielerische Leistung ist gerade mal ok und wenig glaubwürdig (aber immer noch um Längen besser als bei manchem Horror C-Movie Film aus der heutigen Zeit), etliche Darstellungen sind konstruiert, aber was solls? Das ist der Charme der 80er Jahre und bei einem Film wie „Phantom Kommando“ hat Regisseur Mark L. Lester („Die Klasse von 1984“; „Showdown in Little Tokyo“) alles richtig gemacht, denn Langeweile kommt zu keiner Sekunde auf. Und auch wenn da ein großer persönlicher Bonus mitschwingt kriegt der Film von mir volle Punktzahl.

Bild:
Das Bild schaut alleine schon aufgrund des zeitgenössischeren Codecs besser aus.  Wurde bei der ersten Blu-ray Fassung noch ein MPEG2 Codec verwendet, wurde bei dieser Blu-ray Umsetzung ein AVC / MPEG4 Codec eingesetzt. Abgesehen davon erscheint auch das Bild ein wenig ruhiger, ob das am Codec liegt oder ob diese Fassung tatsächlich neu abgetastet wurde bleibt fraglich. Fakt ist aber, dass die neu integrierten Szenen des Director Cuts komplett in HD vorliegen und dabei qualitativ nicht negativ auffallen. Insgesamt wird ein recht guter und vor allem recht sauberer HD Transfer geboten, der zwar noch Raum nach oben lässt, aber gerade in den Nahaufnahmen wirklich gute Schärfewerte und dabei zusätzlich keinen störenden Kompressionsartefakte bietet.

Ton:
Beim Ton hat sich hingegen im Vergleich zur bisherigen Blu-ray nichts geändert, zumindest nichts was offensichtlich aufgefallen wäre. Der Film stammt aus den 80ern, so dass die Front dominiert, ohne dabei jedoch auch einige Effekte aus den Rears zu bieten, wie etwa bei der Hubschrauberlandung zu Beginn des Films. Wenn ich das richtig gelesen habe, soll zu dem Film wohl auch ein nativer 4-Kanal Mix existieren, wobei ich dazu keine Details kenne und auch nicht spekulieren will. Zumindest klingt die vorliegende 5.1 Abmischung ganz gut, auch wenn es an Höhen mangelt und die Dialoge der Synchronisation doch stellenweise etwas dumpf klingen, aber was Besseres wird wohl kaum zu erwarten sein. Immerhin sind die Stimmen dafür immer klar verständlich.

Bonusmaterial:
  • Kinofassung (HD, 90 Min.)
  • Audiokommentar von Regisseur Mark L. Lester
  • Entfallene Szenen
  • Featurette: Reine Action
  • Featurette: Lass ein bisschen Dampf ab
  • Original Kinotrailer
Nachdem die erste Blu-ray Fassung noch ohne Bonusmaterial auskommen musste, liegt nun das komplette Bonusmaterial der Century3 Edition mit vor. Das bedeutet im Klartext neben einem Audiokommentar von Mark L. Lester zu beiden Schnittfassungen auch die beiden Featurettes „Reine Action“ und „Lass ein bisschen Dampf ab“. Dazu gibt es noch 3 entfallene Szenen sowie den Original Kinotrailer. Übrigens besitzt diese Veröffentlichung ein Wendecover mit Original Kinomotiv.

Fazit:
Für Fans lohnt sich die Anschaffung definitiv, denn nun endlich liegt die Directors Cut Fassung von „Phantom Kommando“ komplett in HD und das auf Blu-ray vor. Auch wenn inhaltlich nichts essentiell Neues geboten wird, macht die neue Version dennoch Spaß. Wer den Film noch nicht kennt, aber Arnold Schwarzenegger und / oder 80er Jahre Action Film Fan ist, hat definitiv was verpasst! 


Wertung:
Story: 1
Bild: 2
Ton: 2-3
Ausstattung: 3
Gesamt: 2-
© Copyright Bildmaterial, Storytext und Filmtrailer 20th Century Fox
Testgeräte
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Samstag, 18. April 2015

Review: The Homesman (Blu-ray)



The Homesman

Story:
Nebraska, Mitte des 19. Jahrhunderts. Mary Bee Cuddy lebt gottesfürchtig und allein in einer kleinen Grenzstadt in den endlosen Weiten des Wilden Westens. Der Kampf gegen die unerbittliche Natur und die Einsamkeit ist für die Frauen der Pioniere hart. Als die drei Farmersfrauen Arabella, Theoline und Gro aus unterschiedlichen Gründen den Verstand verlieren, beauftragt die ärmliche Gemeinde Mary, die drei Frauen zurück in die Zivilisation im Osten zu begleiten, wo sich eine Methodistengemeinde unter der Obhut von Altha Carter um sie kümmern kann. Gleich zu Beginn ihrer Reise trifft sie auf den Outlaw Briggs, dem sie das Leben rettet und gegen Geld das Versprechen abnimmt, sie den kompletten Weg zu begleiten. Auf dem entbehrungsreichen Treck gen Osten trotzen sie Stürmen und lebensgefährlichen Begegnungen mit Siedlern und Indianern und beginnen langsam die Gesellschaft des jeweils anderen zu schätzen. Eines Tages jedoch eskaliert die Situation…

Mit „The Homesman“ liefert der Schauspieler nach „The Sunset Limited“ und „Three Burials – Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada“ bereits seine dritte Regiearbeit ab, wobei er in diesem Film auch die männliche Hauptrolle übernimmt und darüber hinaus auch als Co-Autor und Produzent tätig war. Der Film basiert dabei auf dem gleichnamigen Roman von Glendon Swarthout aus dem Jahr 1988. Die Handlung ist dabei schon stark emanzipiert, da gerade die Frauen eine wichtige Rolle in diesem Film einnehmen, was schon recht Genre-untypisch ist. Das ist aber eher Nebensache, denn gerade der Mix aus konventionellen (Treck durch die Wildnis nach Westen) und unkonventionellen Elementen (starker Drama Anteil durch die Einzelschicksale der Figuren) sind das gewisse Etwas dieses Films. 

Leider wurde der Film an den Kinokassen kein Erfolg, denn bei einem Budget von 16 Millionen US-Dollar spielte er nicht einmal 3 Millionen US-Dollar wieder ein und ist somit in erster Linie ein Flop, wobei ja immerhin noch Ausstrahlungsrechte für TV und Streaming Portale sowie der Heimkinosektor in Form von DVD und Blu-ray Veröffentlichungen was einbringen wird. Denn der Film hat alles andere verdient als ein Flop zu sein, da Jones mit „The Homesman“ ein spannendes und emotional kontrastreiches Western Drama abgeliefert hat, dass nicht nur mit einem hervorragenden Cast punktet, sondern auch visuelle Schauwerte bietet. Denn die Kulissen oder Kostüme sind sehr natürlich und authentisch ausgefallen und vermitteln ein stimmiges und glaubwürdiges Bild. 

Nicht nur die beiden Hauptdarsteller Tommy Lee Jones und Hilary Swank („Boys don´t cry“, „Million Dollar Baby“) spielen ihre Rollen hervorragend, denn auch die Nebenbesetzung bestehend aus Miranda Otto („Der Herr der Ringe“ Trilogie), Grace Gummer, Sonja Richter, Hailee Steinfeld, Meryl Streep („Mamma Mia!“), John Lithgow („Interstellar“), James Spader oder William Fichtner („The Dark Knight“) spielen auf einem Top Niveau und stellen ihre Figuren sehr glaubwürdig dar. Dabei ist die Charakterentwicklung der einzelnen Figuren sehr unterschiedlich ausgefallen. Wird der Zuschauer stellenweise vor vollendete Tatsachen gestellt, um eine Rolle etwa geheimnisvoller erscheinen zu lassen und erst später deren Schicksal zu offenbaren, gibt es auch Rollen, die sich erst im Laufe des Filmes entwickeln, was ebenfalls für willkommene Abwechslung sorgt.


Bild
Gedreht wurde sowohl auf Zelluloid als auch mit Digitalkameras. Gerade die körnigen Szenen sorgen für ein authentisches Westernbild, dass die Atmosphäre sehr gut unterstreicht. Die Schärfe bewegt sich auf einem überwiegend sehr guten Niveau, wobei nur selten weichere Abschnitte zu erkennen sind. Die Nahaufnahmen sid aber einwandfrei. Die Farben sind natürlich bei guter Sättigung, wobei mitunter Stilmittel eingesetzt wurden, was gerade bei Rückblenden sehr gut auffällt, aber dennoch stimmig erscheint. Der Kontrast ist ausgewogen. Stellenweise macht sich eine gute plastische Darstellung bemerkbar. Zwar sind in 1, 2 kurzen Momenten leichte bis mittlere Banding Artefakte zu erkennen, doch abgesehen davon gibt es keinerlei weiteren Beeinträchtigungen zu befürchten. Kompressionsspure sind ebenfalls nicht aufgefallen.

Ton
Die deutsche Tonspur (DTS HD MA 5.1) ist zwar relativ leise ausgefallen, besitzt aber abgesehen davon in Bezug auf Balance oder Dynamik keine nennenswerten Beeinträchtigungen. Insgesamt ist die Abmischung allerdings eher frontlastig ausgefallen. Nur wenige Surroundeffekte wie etwa bei einzelnen Schießereien sprechen auch direktional die hinteren Kanäle an. Die Räumlichkeit in der Front ist aber bezogen auf die Stereoseparation einwandfrei, was sich auch häufig deutlich bemerkbar macht. Der recht natürliche Klang stellt einen weiteren Pluspunkt da. Insgesamt ist der deutsche Ton eher zweckdienlich als herausragend, bietet aber in Rahmen dessen eine wirklich gute Qualität.


Ausstattung:

  • B-Roll
  • Filmfestspiele von Cannes 2014
  • Making of
  • Ein typischer Western
  • Die Geschichte
  • Original Kinotrailer

Erfreulicherweise wurde bei dieser Veröffentlichung nicht an Bonusmaterial gegeizt. Neben einem ca. halbstündigen Making of, gibt es noch ein eher unspektakuläres B-Roll, das aber der einzige Beitrag ist, der negativ auffällt. Denn Featurettes, wie von den Filmfestspielen in Cannes 2014, Tommy Lee Jones Erklärung, was ein Western ist oder zur Entstehungsgeschichte des Filmes sind darüber hinaus sehr interessant ausgefallen. Ein Kinotrailer zum Film sowie ein Wendecover runden das Angebot ab. 

Fazit:
Tommy Lee Jones bietet bei seiner dritten Regiearbeit ein durchaus empfehlenswertes Western Drama, das nicht nur mit herausragenden Schauspieler(innen) sondern auch einer originellen Handlung aufwartet. Da will bei der Leinwandadaption nur selten Langeweile aufkommen. Wer allerdings den klassischen Western mit vielen Schießereien bevorzugt sollte doch lieber nach Alternativen suchen, da diese Variante eher ruhiger ausgefallen, aber nicht minder unterhaltsam ausgefallen ist. 

Wertung:
Story: 2
Bild: 2+
Ton: 2
Ausstattung: 3
Gesamt: 2-

© Copyright Bildmaterial, Storytext und Filmtrailer Universum Film GmbH

Testgeräte
TV: Samsung UE55F6500
Player: Sony BDP-S790
AV-Receiver: Denon AVR-1312
Lautsprecher: Front: Dali Zensor 5 & Dali Vocal / Rear: Dali Zensor 1

Freitag, 17. April 2015

Review: Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere (3D Blu-ray)



Der Hobbit – Die Schlacht der 5 Heere

Da ist es, das Ende der Hobbit Trilogie. „Der Hobbit – Die Schlacht der 5 Heere“, so der Titel, stellt das fulminante Ende der polarisierenden Tolkien Verfilmung dar. Wer die ersten beiden Teile nicht mochte, wird von diesem Teil hier ebenfalls nicht begeistert sein. Denn es gibt nun mal Leute, die diese Leinwandadaption auf Biegen und Brechen mit „Der Herr der Ringe“ vergleichen, was letztendlich ein Vergleich zwischen Äpfel und Birnen darstellt. 

Story:
Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere bringt die abenteuerliche Geschichte von Bilbo Beutlin, Thorin Eichenschild und der Gemeinschaft der Zwerge zu einem epischen Abschluss. Die Zwerge von Erebor haben den riesigen Reichtum ihres Heimatlandes zurückgefordert, müssen aber nun die Konsequenzen dafür tragen, dass sie den furchterregenden Drachen Smaug auf die schutzlosen Bewohner von Esgaroth losgelassen haben. Als er der Drachenkrankheit anheimfällt, setzt der König unter dem Berg, Thorin Eichenschild, Freundschaft und Ehre aufs Spiel und macht sich auf die Suche nach dem legendären Arkenstein.
Unfähig Thorin zur Vernunft zu bringen, sieht sich Bilbo zu einer verzweifelten und gefährlichen Entscheidung getrieben, nicht ahnend, dass noch größere Gefahren vor ihnen liegen. Sauron, der Dunkle Herrscher, hat Legionen von Orks in einen Überraschungsangriff zum Einsamen Berg geschickt. Bilbo kämpft um sein Leben und das seiner Freunde, während fünf große Heere in den Krieg ziehen.


Um es kurz auf den Punkt zu bringen: Bei einer Verfilmung eines Kinderbuches kann man nun mal keinen dramatischen Tiefgang wie bei einem mehrteiligen Epos erwarten, vor allem nicht, wenn das Original eigentlich eher heiter erzählt wurde. Da hat Regisseur Peter Jackson schon sich weit aus dem Fenster gelehnt und Subplots aus weiteren Büchern Tolkiens mit Abenteuern aus Mittelerde mit eingebunden um ein stimmiges Bild sowie einen gelungenen Übergang zu den bereits eingangs erwähnten „Der Herr der Ringe“ Filmen herzustellen. Diese Rahmenhandlungen erscheinen dabei wie zuvor auch schon unaufdringlich und integrieren sich sehr gut in der Gesamthandlung mit ein. Dabei wird sehr gute kurzweilige und spannende Unterhaltung geboten, die vor allem durch die zahlreichen Action Elemente, was man bei dem Untertitel „Die Schlacht der 5 Heere“ auch nicht anders erwarten sollte, gewährleistet werden. Doch der ein oder andere dramatische Moment darf schließlich auch nicht fehlen. Was den Kontrast der Geschichte sehr gut auslotet und zusammen mit den natürlich nicht fehlenden humorvollen Einlagen für sehr gute Abwechslung sorgt. Dazu gesellt sich ein erneut gut aufgelegter Cast um Schauspieler wie Ian McKellen, Orlando Blood, Evangeline Lilly, Richard Armitage, Luke Evans oder allen voran Martin Freeman, die ebenfalls ihre Rollen sehr gut spielen und dadurch für zusätzliche Schauwerte sorgen.
Ohnehin wird auch der dritte Teil den Skeptikern und Kritikern der ersten beiden Teile sicherlich nicht gefallen, wie man auch schon kurz nach der Kinoausstrahlung in diversen Foren nachlesen konnte. Letztendlich ist es auch bei diesem Teil so, dass derjenige, dem die ersten beiden Teile gefallen haben, auch viel Freude am Abschluss der Trilogie haben werden. Das merkt man auch an den Kinoumsätzen, denn bei einem Budget von 250 Millionen US-Dollar spielte der Film weltweit über 955 Millionen US-Dollar an den Kinokassen wieder ein. Also alleine in der Hinsicht ein voller Erfolg. Vielleicht darf man also doch noch an eine Verfilmung der Geschichten aus dem „Silmarillion“ hoffen!?

Bild
Das Bild liegt im Original Kinoformat vor und ist wie nicht anders zu erwarten wieder einmal absolut hervorragend ausgefallen. Zumindest bis auf nur minimale Ausnahmen. Die Störenfriede sind auch schnell gefunden, denn aufgrund der Farbdarstellung und der Kontrasteinstellung fallen hin und wieder leichtes Crushing / Durchzeichnungsprobleme. An der Schärfe gibt es aber nichts zu bemängeln, denn die ist bis ins kleinste Detail absolut Referenz würdig, so dass es hier ein durch und durch detailreiches Bild gibt. Die hervorragenden Schärfewerte sowie kräftige und natürliche Farben sorgen auch in der 2D Fassung für eine schöne Plastizität, wobei in der 3D Fassung erneut eine absolut atemberaubende Tiefenwirkung erzeugt wird, die wie bereits von den Vorgängern her gewohnt, enorm weit und tief gestaffelt dargestellt wird. Das bedeutet aber auch, dass Pop Out Fans erneut enttäuscht sein werden, denn diese Effekte gibt es nur sehr selten zu sehen. Dennoch: Das Bild könnte kaum noch besser erscheinen, wobei die genannten Beeinträchtigungen mitunter gar nicht auffallen. 

Ton
Erfreulicherweise liegt der Ton nicht nur in Englisch sondern auch in Deutsch verlustfrei komprimiert in DTS HD Master Audio 7.1 vor. Das passt zum Action-reichen Finale dieses letzten Teils der Trilogie, denn hier lässt es Peter Jackson noch einmal richtig krachen und das soll der Zuschauer auch akustisch mitbekommen. Hier geht es wirklich auch nicht mehr besser, denn die Abmischung bietet keinerlei Grund zur Beanstandung. Neben durchaus kräftigen, prägnanten und sauberen Bässen, die den Subwoofer ordentlich fordern dominiert eine weiträumige, aktive Surroundkulisse, die im Zusammenhang mit der umfangreichen Dynamik für einen natürlichen Klang sorgt und auch die Dialoge jederzeit einwanfrei verstehen lässt.

Ausstattung:

  • DIE ZUSAMMENSTELLUNG DER FÜNF HEERE
  • Wir erleben wie jedes der Heere konzipiert und für die Leinwand umgesetzt wurde, der Fokus liegt dabei auf den besonderen Charakteren des jeweiligen Heers.
  • MITTELERDE: EIN ABSCHLUSS
  • Wir blicken zurück auf die sechs Spielfilme aus dem Blickwinkel der Charaktere, Schauspieler und der Filmemacher, die über den Zeitraum von 17 Jahren an der epischen Saga gearbeitet haben.
  • „EIN LETZTER ABSCHIED“ MUSIKVIDEO
  • NEUSEELAND: HEIMAT VON MITTELERDE™, TEIL 3

Bereits in der Kinofassung wurde nicht am Bonusmaterial gespart, wobei Fans bereits jetzt wissen, dass dies lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein darstellt und bei der Veröffentlichung zum extended Cut weitaus mehr Beiträge zu erwarten sind. Dennoch werden auch hier einige interessant Featurettes geboten, die dem interessierten Zuschauer einige sehenswerte Blicke in die Produktion gewähren. Ein Wendecover ist übrigens ebenfalls vorhanden. 

Fazit:
Auch wenn jetzt schon bekannt ist, dass im Herbst der extended Cut erscheinen wird, bietet die Kinofassung zu „Der Hobbit – Die Schlacht der 5 Heere“ ebenfalls kurzweilige Unterhaltung. Regisseur Peter Jackson ist mit dem Abschluss dieser Trilogie erneut ein Volltreffer gelungen, der zwar die Kritiker erneut in Rage versetzen wird, wie man es wagen kann die Leinwandadaption derart zu verhunzen, was aber die Millionen an Fans, denen die Umsetzung der Trilogie wohl sehr gefällt, dennoch nicht verunsichern wird. 

Wertung:
Story: 1-2
Bild: 1-
Ton: 1
Ausstattung: 3-4
Gesamt: 2+
© Copyright Bilder, Storytext und Videotrailer Warner Home Video

Testgeräte
TV: Samsung UE55F6500
Player: Sony BDP-S790
AV-Receiver: Denon AVR-1312
Lautsprecher: Front: Dali Zensor 5 & Dali Vocal / Rear: Dali Zensor 1

Sonntag, 12. April 2015

Review: Sie leben (Blu-ray)




Sie leben

Jedem Horror Fan dürfte wohl der Regisseur John Carpenter ein Begriff sein, der Mann, der Horror Kultfilme wie „Halloween“, „Das Ding aus einer anderen Welt“ oder  „The Fog – Nebel des Grauens“ aber auch weitere Klassiker wie „Die Klapperschlange“ oder „Big Trouble in Little China“ hervorbrachte. Doch auch seine etwas unbekannteren Werke wie etwa „Die Fürsten der Dunkelheit“, „Die Mächte des Wahnsinns“ oder „Sie leben“ sind immer wieder einen Blick wert. Letztgenannter wurde bereits letztes Jahr über Studiocanal auf Blu-ray veröffentlicht und nun erneut auf den Markt gebracht.

Story:
Aliens, Außerirdische, haben die Erde besetzt. Sie benehmen sich ganz "normal" und sehen aus wie du und ich. Nur durch eine Spezialbrille betrachtet, erkennt man ihr wahres Gesicht. Der Gelegenheitsarbeiter Nada findet eine solche Brille. Was er sieht ist erschreckend. Millionen von Aliens bevölkern die Erde. Sie haben die Menschen in Hypnose versetzt, um unseren Planeten risikolos auszubeuten. Schon bald wissen die Aliens, daß sie entdeckt worden sind. Nada beginnt seinen einsamen Kampf gegen eine gewaltige Übermacht. Sein Ziel ist der Hypnose-Sender der Aliens; er muß zerstört werden.
Als Hauptdarsteller fungiert der ehemalige Wrestler Roddy Piper, der hier wirklich einen guten Job erledigt und auch glaubwürdig seine Rolle spielt. An seiner Seite stehen Keith David („Das Ding aus einer anderen Welt“, „Platoon“) und Meg Foster („Das Osterman Weekend“, „Masters of the Universe“). 

Carpenter hatte die Idee zu diesem Film, als er den Comic "Eight O'Clock in the Morning" von Ray Nelson las, einer Art Scifi Horror Film, in dem Außerirdische die Menschen hypnotisierten und so gefügig machten. Der Regisseur hatte aber vor, die Story mehr in Richtung „Invasion of the Body Snatchers“ zu entwickeln und fügte dazu eine Menge an sozialkritische Themen mit ein, die einen satirischen Seitenhieb auf die Ronald Reagan Politik der 80er Jahre darstellte. Die Reichen unterdrücken die Armen. Die Message ist mehr als deutlich und omnipräsent im Film, ohne dabei aufdringlich zu sein. Doch auch der Hauptplot, die allgegenwärtigen Außerirdischen, die an der Spitze der Macht stehen und die Menschheit unbewusst unterdrücken, bietet gute Unterhaltung, zumal Carpenter dabei auch nicht an originellen Ideen und gut inszenierter Action gespart hat. Darüber hinaus hält sich der Filmemacher auch nicht mit ausgedehnten Dialogen auf, sondern bringt diese sehr gut auf den Punkt. Langeweile kommt da keine auf, auch wenn manche Darstellungen heutzutage vielleicht ein wenig antiquiert erscheinen. Wenn man aber das schmale Budget berücksichtigt, kann man da aber noch ein Auge zudrücken, wobei Fans der 80er Jahre da ohnehin ein Nostalgie Schub überkommen dürfte. 
Bild:
Das Bild (2,35:1) schaut wirklich gut aus. Der HD Transfer ist vor allem in Bezug auf die Schärfe sehr gut gelungen, da ein gutes bis sehr gutes Niveau erreicht wird und auch viele Feinheiten wie etwa da narbige Gesicht von Roddy Piper akkurat wiedergegeben wird. Zwar sind auch recht häufig kleinere Schmutzspuren zu erkennen, was aber nicht wirklich stört. Die Farben sind kräftig und natürlich bei sehr guter Sättigung. Der Kontrast ist sowohl in den Farb- als auch den teilweisen Schwarz Weiß Sequenzen wirklich ausgewogen und gut eingestellt. Auch der Schwarzwert bietet so gut wie nichts zu beanstanden. Kompressionsspuren oder weitere Beeinträchtigungen sind ebenfalls nicht aufgefallen. 
Ton:
Der Ton liegt in Deutsch, Englisch und Französisch in DTS HD Master Audio 2.0 Stereo vor. Die Tonspur ist sauber und zeigt keinerlei Alterserscheinungen wie etwa Rauschen, Knistern oder Verzerrungen. Darüber hinaus ist die Abmischung natürlich bei ausgewogener Balance und solider Dynamik. Die Dynamik könnte aber noch wesentlich umfangreicher sein und lässt gerade in den Actionszenen ein wenig zu Wünschen übrig. Die Bässe sind schön kräftig und werden sauber aber prägnant wiedergegeben. Die Dialoge sind jederzeit klar verständlich. Das englische Original klingt dabei natürlicher.

Bonusmaterial:

  • Audiokommentar von John Carpenter und Roddy Piper
  • „Independent Thoughts“ - Interview mit John Carpenter (HD, ca. 10:07 Min.)
  • „Woman of Mystery“ - Interview mit Meg Foster (HD, ca. 5:21 Min.)
  • „Watch, Look, Listen“ - Style und Musik von Sie Leben (HD, ca. 11:14 Min.)
  • „Man vs. Aliens“ - Interview mit Keith David (HD, ca. 11:12 Min.)
  • Making of (SD, ca. 8:02 Min.)
  • Promo-Clips (SD, ca. 2:34 Min.)
  • TV-Spots (SD, ca. 1:56 Min.)

An Bonusmaterial wurde nicht gespart. Neben einem Audiokommentar von John Carpenter und Roddy Piper gibt es 3 recht aktuelle Interviews mit John Carpenter, Keith David und Meg Foster, die komplett in HD vorliegen. Dazu gibt es noch ein Featurette zum Look und zur Musik des Films, das ebenfalls in HD vorliegt. Dazu gibt es noch ältere Beiträge wie etwa ein kürzeres Making of, einige Promoclips und TV-Spots, die aber nur in SD auf die Disc gepackt wurden. Eine Trailershow sowie ein Wendecover runden das Angebot ab. 
Fazit:
Mit „Sie leben“ wird ein weiterer John Carpenter Klassiker (neu) auf Blu-ray veröffentlicht, den man als Fan definitiv gesehen haben sollte. Die sozialkritische Horror Science Fiction Geschichte ist auch heute noch aktuell und definitiv einen Blick wert!


Wertung:
Story: 2+
Bild: 2
Ton: 2-3
Ausstattung: 2-3
Gesamt: 2-
© Copyright Bildmaterial, Storytext und Cover Studiocanal

Testgeräte
TV: Samsung UE55F6500
Player: Sony BDP-S790
AV-Receiver: Denon AVR-1312
Lautsprecher: Front: Dali Zensor 5 & Dali Vocal / Rear: Dali Zensor 1